Die erste Divisionsübung!
Ein autobiografischer Bericht von OSL a.D. Dieter Waldt,
ehemaliger Kommandeur des NB - 11
Generaloberst Stoph,
damals Minister für Nationale Verteidigung
Als
er
zu
vorgerückter
Stunde
eine
Ehrenrunde
tanzte,
wobei
er
immer
wieder
die
Tanzpartnerin
wechselte,
standen
alle
Dorfbewohner
im
Kreis
und
spendeten
rhythmisch
Beifall.
An
unserem
Tisch
saß
ein
älterer
Bauer,
dessen
Gesicht
vom
„Korn
einfahren“
schon
leicht
gerötet
war
und
auch
für
uns
etliche
Runden
spendiert
hatte,
kam
aus
dem
Staunen
gar
nicht
mehr
heraus.
Er
wiederholte
immer
wieder:
„Nee,
alles
hab
ich
schon
erlebt,
daß
aber
ein
General
mit
den
Dorfweibern
tanzt,
sehe
ich
heute zum ersten Mal !“
Als
wir
weit
nach
Mitternacht
aufbrachen,
wurden
wir
von
den
Dorfbewohnern herzlich verabschiedet.
Aus
der
unveröffentlichten
autobiographischen
Erzählung
„Sandige Wege“ von Dieter Waldt.
Hier etwas überarbeitetbald
Wenn
man
rückblickend
betrachtet,
mit
welchen
Nachrichtenmitteln
die
Verbindungen
gehalten
wurden,
muß
man
schon
den
Hut
respektvoll
ziehen,
was der Personalbestand geleistet hat.
Zum
größten
Teil
noch
mit
Nachrichtentechnik
aus
alten
Wehrmachts-
beständen
ausgerüstet
und
sowjetische
Geräte,
die
den
zweiten
Weltkrieg
erlebt
hatten,
gehörten
zum
Bestand
der
Nachrichtentruppe.
Unserem
Bataillon
wurde
eine
Funkstation
vom
Typ
RAF
zukommandiert,
die
eine
Ausgangsleistung
von
500
Watt
hatte.
Wenn
diese
Funkstation
im
Telegraphiebetrieb
arbeitete,
dann
leuchteten
im
Rhythmus
der
Morsezeichen
die
Rücklichter
des
Fahrzeuges.
Trotz
dieser
„nostalgischen“
Nachrichtenmittel
wurden
die
geplanten
Nachrichtenverbindungen
über
den
gesamten
Zeitraum
der
Übung
gehalten
und
unser
Bataillon
erhielt
eine
gute
Einschätzung.
Alle
Nachrichtentrupps
unseres
Bataillons
wurden
für
ihre
ausgezeichnete
Arbeit
mit
zwei
Tagen
Sonderurlaub
belobigt.
Nach
Beendigung
der
Divisionsübung
wurde
vom
Leitungsstab
angewiesen,
in
den
Endräumen
der
Truppenteile
Manöverbälle
durchzuführen.
Etwa
zwei
Drittel
des
Personalbestandes
der
jeweiligen
Truppenteile
und
Einheiten
konnte
daran
teilnehmen.
Unser
Bataillon
nahm
mit
den
Stabseinheiten
am
Manöverball
des
Stabes
der
Division
teil.
Leider
habe
ich
vergessen,
wie
der
Ort
hieß.
Es
war
ein
kleines
Straßendorf
mit
etwa
150
Einwohnern.
Am
Vormittag
waren
Teile
das
Panzerregiment
durch
dieses
Dorf
gefahren
und
die
Dorfstraße
sah
dementsprechend
aus.
Es
war
schon
ein
groteskes
Bild,
als
wir
in
Ausgangsuniform
und
blitzblank
geputzten
Schuhen
durchs
Dorf
gingen
und
die
Einwohner
den
Schlamm
von
der
Straße
schaufelten,
den
die
Panzer
verursacht
hatten.
Zu
meinem
Erstaunen
nahmen
die
Menschen
es
mit
Humor
auf
und
riefen
uns
zu,
daß
wir
ihnen
einen
Platz
im
Saal
des
Gasthauses freihalten sollten, denn sie wären
Nach
der
Begrüßungsansprache,
nahm
das
Standortmusikkorps
auf
der
Bühne
Platz
und
spielte
zum
Tanz
auf.
Die
Dorfbewohner
waren
begeistert
und
die
Männer
forderten
uns
auf,
mit
ihren
Ehefrauen
fleißig
zu
tanzen,
damit
sie
ungestört
„ein
paar
Korn
mehr
einfahren“
konnten
und
zeigten
sich
für
diese
Art
„Dienstleistung“
auch
recht
spendabel.
Der
Höhepunkt
war
das
Erscheinen
des
Ministers
für
Nationale
Verteidigung,
Generaloberst
Stoph.
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