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NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Einer von uns Die Traumzauberbaumlegende Reinhard Lakomy wäre am 19.01.2026 80 Jahre alt geworden
Biografisches: Reinhard Lakomy, Jahrgang 1946, in Magdeburg geboren, ist mindestens 2 Generationen der DDR-Geschichte bestens bekannt. Einerseits den Erwachsenen der 70er und 80er Jahre vor allem als Sänger, Schlagertexter und Bandmusiker von enormer künstlerischer Bandbreite. Die Namen lesen sie wie das Who‘s Who der DDR-Musikszene. Er schrieb Titel für Thomas Lück, Andreas Holm, arrangierte LPs von Manfred Krug. Er war Mitglied des Klaus Lenz-Sextetts, aus dem wenig später das Fischer-Quartett hervorging. Er begründete sogar eine Mädchenband, aus der keine geringeren als Uschi Brüning, Nina Hagen und Angelika Mann hervorgingen sowie den eigenen Reinhard-Lakomy-Chor. Und so ist es kein Wunder, wenn solche Lieder wie „Es war doch nicht das erste Mal“, „Heute bin ich allein“, „Und ich geh in den Tag“, „Sie hat ein Kind“ mich in besonderer Weise immer noch berühren, ja, auch etwas melancholisch machen. Ach, die guten alten Zeiten… Es war unsere Zeit! Eine schöne Zeit. Damals noch nicht wissend, dass insbesondere diese Titel eine neue Musikrichtung in der deutschen Musikkultur-Szene kreierten, die Deutsch-Rock-Musik. Und nicht zu vergessen, das Kultlied, gesungen mit „Lütte“, auch Angelika Mann genannt. „Mir doch egal,… wenn‘s schmeckt, schlagen wir zu“. Partykracher bei jeder Hausgemeinschaftsfete, und nicht nur dort.
Songtext:“Mir doch egal“ Mir doch egal, mir doch egal, Wenn's schmeckt, schlagen wir zu. Die Liebe und der Suff, Der regt die Menschen uff! Was macht sie wieder friedlich? Ein Essen ganz gemütlich! Sag mal ein ganz schreckliches Wort, Da fällt mir nur ein: DIÄT
Die 2. Generation waren unsere Kinder, welche mit den Geschichtenliedern, voran dem „Traumzauberbaum“, Figuren wie „Moosmutzel“ und „Waldwuffel“ groß geworden sind. Das Zitat: Hab schon “, als ausversehen ein Blatt vom Traumzauberbaum abgerissen wird, ist bis heute Kult in unserer Familie. Nicht vergessen: Regentropfens Paule Platsch, Springinkel Fadennudel und Kürbis Kugel. Die Texte und Lieder werden von Reinhard Lakomy, Angelika Mann und Veronika Fischer gesungen, begleitet vom Spatzenchor Berlin-Lichtenberg. Bei der Veröffenlichung 1978 war das Werk eine neuartige Form des Hörspiels für Kinder, bestehend aus Liedern und Rollentexten.
Der Staatsbürger Lakomy - Reinhard Lakomy war kein Mitglied der Pionierorganisation, der FDJ und gehörte keiner Partei an. In seiner Grundschulzeit gründete er einen Mickey-Maus-Club, was ihm seine Aufnahme in die EOS nicht verwehrte. Viele Grüße an die Verschwörer!
Reinhard Lakomy bleibt DDR-Generationen stets als sympatischer, bescheidener Zeitgenosse in Erinnerung, künstlerisch und menschlich unantastbar. Mit seinen Liedern und Texten gehört er zu uns - bis heute. Und wir zu ihm! Unvergesslich, wie er sich dem Ossi als Wendeverlierer zuwandte und den Ereignsissen der deutschen Wiedervereinigung sehr kritisch gegenüberstand. Aufgearbeitet hat er es in seiner Studio-CD: Die 6-Uhr-13-Bahn, z.B. mit dem Titel: Alles Stasi, außer Mutti “. Stimmt also zu, sein Werk zum immatriellem Kulturerbe zu erheben! Ich „Hab schon“, gesteht Major der NVA und Lakomy-Fan, Thomas Engelhardt