Kalenderblätter
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Das völkerrechtliche Ende des 1. Weltkrieges Am 10.Januar 1920 wurde der Versailler Vertrag unterzeichnet
Bereits am 11. November 1918 hatte der Waffenstillstand von Compiègne die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs beendet, nicht aber den Kriegszustand. Erst mit dem Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag), wurde am 28. Juni 1919 zwischen dem Deutschen Reich einerseits sowie Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten wurde der 1.Weltkrieg auf völkerrechtlicher Ebene beendet. Er war von den Alliierten und Assoziierten Mächten ohne Beteiligung Deutschlands ausgehandelt worden.
Interessant ist die Unterscheidung zwischen einer interalliierten Vorkonferenz und den eigentlichen Friedensverhandlungen. Die Vorkonferenz legte ab Januar 1919 die Friedensbedingungen fest. Die Bedingungen des Vertrages haben die Siegermächte Frankreich, Großbritannien, USA und Italien untereinander ausgehandelt. Ort und Termin waren nicht ohne Grund gewählt. Sie begann auf französisches Betreiben am 18. Januar, genau dem Jahrestag der deutschen Reichsgründung zu Versailles von 1871. In eben jenem Spiegelsaal des Schlosses von Versailles, in dem der preußische König Wilhelm I. zum deutschen Kaiser proklamiert worden war, fand später auch die Vertragsunterzeichnung mit Deutschland statt. Die deutsche Delegation durfte an den Verhandlungen nicht teilnehmen, sondern konnte erst nach der Bekanntgabe des Vertragsinhalts mit den eigentlichen Friedensverhandlungen am 7. Mai 1919 durch
schriftliche Eingaben wenige Nachbesserungen erwirken. Der Vertrag konstatierte die alleinige Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeten für den Ausbruch des Weltkriegs und verpflichtete es zu Gebietsabtretungen, Abrüstung und Reparationszahlungen an die Siegermächte. Nach ultimativer Aufforderung unterzeichnete Deutschland den Vertrag unter Protest im ebenfalls Spiegelsaal von Versailles. Die Unterzeichnung des Versailler Vertrages ist folgenreich für die deutsche Geschichte. Am 10. Januar 1920 tritt das Abkommen in Kraft, das nun den Ersten Weltkrieg offiziell beendet. Mit der Unterzeichnung erkennt das Deutsche Reich an, die alleinige Kriegsschuld zu tragen. Deutschland musste ein Siebtel seines Staatsgebietes abtreten, darunter Elsass-Lothringen, Westpreußen, die Stadt Danzig und das Memelgebiet. Die Bevölkerung reduziert sich dadurch um zehn Prozent. Auch verliert das Reich alle seine
Kolonien. Deutschland wird entmilitarisiert, die Heeresstärke stark begrenzt und alliierte Truppen besetzen Teile des Rheinlandes. Des Weiteren muss Deutschland nun für Jahrzehnte Reparationen an die Siegermächte leisten. Die Unterzeichnung des Vertrages ist für die Deutschen militärisch und politisch alternativlos. es lastet er schwer auf der neugegründeten Weimarer Republik. Wegen seiner als hart erscheinenden Bedingungen und der Art seines Zustandekommens wurde der Versailler Vertrag von der Mehrheit der Deutschen als illegitimes und demütigendes Diktat empfunden. Insbesondere die extreme Rechte in der Weimarer Republik nutzte dies, um Nationalismus und Revanchismus zu schüren. Für den aufkommenden Faschismus in Deutschland war das „Diktat von Versailles“ zentraler Bestandteil seiner Machtbestrebungen und wird auch bis in die Gegenwart als eine Ursache des 2. Weltkrieges betrachtet. An dieses historische Ereignis erinnert Major der NVA, Thomas Engelhardt