© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Bevor alles begann - Vom Wehrmachtsfeldwebel in das NKFD“
Aus den Memoiren des GM a.D., Hermann Vogt
Hermann
Vogt
war
als
Berufssoldat
in
der
Wehrmacht
als
Hauptfeldwebel
im
Dienstgrad
Oberfeldwebel
an
der
„Ostfront“
im
Einsatz.
In
seinen
Aufzeichnungen
„Frontwechsel“
schreibt
er,
dass
seine
Kompanie
im
I.R.
18,
im
Winter
Ende
1941
den
Auftrag
erhalten
habe,
eine
westlich
von
Rshew
verlaufende
und
für
Nachschub
der
Wehrmachtstruppen
äußerst
wichtige
Eisenbahnlinie
zu
bewachen.
Hierfür
wurden
wichtige
Objekte
der
Strecken,
wie
Bahnhöfe,
Brücken,
Betriebsstellen
usw.
durch
Trupps
und
Posten
vor
Ort
besetzt,
und
es
wurden
Patrouillen
entlang
der
Strecken
organisiert.
Diese
Kräfte
mussten
entsprechend
versorgt
werden.
Dafür
war
der
Kompaniefeldwebel
Hermann
Vogt
zuständig.
Am
16.01.1942
befand
er
mit
seinen
Pferdeschlitten
auf
dem
Rückweg
von
einer
Versorgungsfahrt,
wobei
mehr
als
150
km
zurückzulegen
waren.
Der
Trupp,
bestehend
aus
2
Unteroffizieren,
einem
Dolmetscher
und
10
Soldaten,
war
mit
den
Pferdeschlitten
bereits
den
3.
Tag
unterwegs.
Nach
bereits
100
zurückgelegten
Kilometern
in
der
Nähe
eines
Waldrandes
ertönten
plötzlich
vom
letzten
Schlitten
der
Alarmruf
–
„Partisanen!“
.
Die
berittenen
Partisanen
kamen
schnell
näher,
entfalteten
sich
zu
einer
Schützenkette
und
eröffneten
das
Feuer
auf
den
deutschen
Pferdeschlittenkonvoi.
Der
Truppführer
Hauptfeldwebel
Hermann
Vogt
hatte
die
Absicht,
unter
gegenseitigem
Feuerschutz,
mit
seinen
Soldaten
den
schützenden
Waldrand
zu
erreichen.
Das
Vorhaben
schlug
fehl,
auch
seine
Pistole
versagte
–
das
Waffenöl
war
eingefroren
und
er
konnte
die
Gewehreinschüsse
im
Schnee
vor
sich
sehen.
Er
gab
sich
gefangen,
hatte
bereits
mit
seinem
Leben
abgeschlossen,
denn
die
Nazi-
Propaganda
hatte
ja
stets
verkündet,
dass
die
russischen
Partisanen
keine
Gefangenen
machen
würden.
Aber
Hermann
Vogt
und
ein
weiterer
überlebender
Soldat
des
Trupps
wurden
in
ein
Dorf
transportiert,
das
der
Trupp
vorher
problemlos
passiert
hatte.
In
einem
Hause,
in
dem
noch
ein
bei
dem
vorrangegangenen
Gefecht
verwundeter
Angehöriger
der
Partisanengruppe
behandelt
wurde,
erfolgte
durch
die
Partisanen
die
Sichtung
der
Dokumente
und
der
erbeuteten
Waffen.
Jetzt
stellte
Hermann
Vogt
fest,
dass
er
beim
Gefecht
seine
Handschuhe
verloren
hatte
und
alle
seine
Finger
weiß,
also
erfroren
waren.
Dann
geschah
etwas
völlig
Unerwartetes.
Eine
ältere
russische
Frau
holte
einen
Eimer
voll
Schnee
und
begann
fast
über
eine
Stunde
lang
Hermanns
Finger
damit
einzureiben.
Danach
machte
sie
ihm
durch
Zeichen
klar,
dass
er
die
Hände
in
das
kalte
Schneewasser
tauchen
sollte.
Auf
diese
Weise,
und
durch
die
später
von
den
Rotarmisten
organisierte
Behandlung
durch
Sanitäter
der
Roten
Armee
wurden
die
Finger
gerettet.
Wichtiger
war
aber
bestimmt
die
Erkenntnis,
sie,
die
Wehrmachtssoldaten,
die
deutschen
Eindringlinge,
wurden
als
Gefangene
behandelt.
Kriegsgefangene
wurden
stets
durch
die
Aufklärungsorgane
der
Armeen
befragt
und
zur
Informationsgewinnung
verhört.
So
auch
der
nun
in
sowjetischer
Kriegsgefangenschaft
geratene
Deutsche.
Dann
kam
unerwartet
die
Frage
des
verhörenden
Generals:
„Wofür
kämpft
Ihr
eigentlich?“
Er
konnte
auf
diese
Frage
keine
Antwort
finden.
Am
02.02.1942
ging
es
dann
für
den
Oberfeldwebel
Vogt,
auf
Transport
in
Richtung
Osten.
Es
wurde
eine
lange
Eisenbahnfahrt
in
Güterwagen
unter
sehr
schwierigen
winterlichen
Bedingungen.
Bis
in
den
März
1943
leistete
Hermann
Vogt
in
Lagern
im
Ural,
Lager-Nr.
58
(Temnikow)
und
Nr.
75/I
und
75/II
(Ryabovo,
70
km
westlich von Ischewsk) schwere Arbeiten als Kriegsgefangener.
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