Kalenderblätter
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Freie Deutsche Jugend – ein Aufbruch nach dem Krieg
Am 07. März 1946 entstand eine neue Jugendorganisation als Hoffnung für ein besseres Leben. Eine aufgehende gelbe Sonne vor blauem Himmel das Symbol der FDJ. Seit mit dem 08. Mai 1945 die Waffen in Europa schwiegen, die Bevölkerung an der Beseitigung der Kriegswunden arbeitete, die Kriegsverbrecher in Nürnberg vor Gericht saßen waren sich Vertreter der Jugend in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone einig darüber, eine Jugendorganisation zu gründen, die sich antifaschistisch – demokratische Grundsätze auf die Fahnen schreiben sollte. Das war der Ausgangspunkt der Orientierung bot. Jugendausschüsse waren entstanden, Aufrufe an die ehemaligen Mitglieder von Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädchen vom Dezember 1945 sowie der Appell an Alle, nie wieder Faschismus und Krieg zuzulassen. Die sowjetische Besatzungsbehörde stimmte dem am 07. März 1946 zu! Schon immer war es die Jugend, die sich vehement für gesellschaftliche Veränderungen einsetzte, seien es 1815 die ehemaligen Lützower Jäger an der
Universität Jena die eine Burschenschaft gründeten, denen in den Jahren danach weitere Burschenschaften in den deutschen Landen folgten und deren erstes öffentliches Aufbegehren im Oktober 1817 zum WARTBURGFEST führte. Im Bestreben für ein menschenwürdigeres Leben stand die junge Generation, 1848 mit auf den Barrikaden, stand sie für ein gleichberechtigtes Mitwirken in der Bildung, der Trennung von Kirche und Staat, der Heraufsetzung des Wahlalters von 25 auf 20 Jahre und nach Aufhebung der Kinderarbeit, um einige wichtige zu nennen. Und die sich gründende Sozialdemokratische Partei in Deutschland erkannte, dass eine erfolgreiche Arbeit nur mit und durch die Jugend zu erzielen sei. Das Lied der Jugend von H. Eildermann 1907 veröffentlicht: „Dem Morgenrot entgegen, ihr Kampfgenossen all!“ Und weiter, „Wir sind die junge Garde des Proletariats!“, bringt dieses Bestreben anschaulich zum Ausdruck.Diese Jugendorganisation „FDJ“ stimmte mit
einem „Gelöbnis“ und einem „Fackelzug“ der am 07. Oktober 1949 gegründeten Deutschen Demokratischen Republik stürmisch zu. Bis zu diesem Zeitpunkt waren ja schon eine ganze Reihe von Forderungen der jungen Generation in Erfüllung gegangen, die Volljährigkeit war auf 18 Jahre herabgesetzt worden, das passive Wahlrecht konnte bereits mit 21 Jahren ausgeübt werden und Lohnangleichungen waren erfolgt. Entscheidend für den jungen Staat DDR und für seine Jugend war, die Verabschiedung des ersten Jugendgesetzes der DDR am 08. Februar 1950, indem die auf dem ersten Parlament der FDJ in Brandenburg im Juni 1946 formulierten „Grundrechte der jungen Generation“ gesetzlich verankert wurden.
„Immer wieder neu anmarschierende Demonstrationszüge mit Transparenten und Losungen. Und vor allem aber immer wieder mit den blauen Fahnen der Freien Deutschen Jugend mit der aufgehenden Sonne über allem aber die größten Fahnen immer die schwarz-rot- goldenen der Deutschen Demokratischen Republik.“