70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„‘Panzer marsch!‘ alleine reicht nicht“ Das weiß OSL a.D., Werner Rammelt aus eigener Erinnerung
Während meiner Dienstzeit als Offizier für Panzerhavarien beim Chef Panzer des Militärbezirkes III fanden, nach meiner Erinnerung, zwei große militärische Übungen statt, an denen ich direkt beteiligt war. die Mobilisierung einer gesamten Division und ihr Übersetzen über die Elbe mit aller Räder- und Kettentechnik. die direkte Durchquerung der Elbe durch Panzer vom Typ T-34/76 und T- 34/85. Bei beiden Übungen wurde ich dazu befohlen, sogenannte Bergungsstützpunkte am Ufer der Elbe anzulegen und zu leiten. Dazu wurden mir speziell für eine Bergung ausgerüstete Panzer und 1 oder 2 Werkstattwagen zukommandiert. Bei der ersten hier beschriebenen Übung hatten Pioniere vorher eine große stabile Pontonbrücke über die Elbe gebaut. In der Nähe des Zugangs zur Pontonbrücke ließ ich einen meiner Bergungspanzer fest eingraben, um bei einem Unfall an oder auf der Brücke einen stabilen Ankerpunkt zum Herausziehen eines eventuell verunglückten Panzers zu haben. So schön und gut. Die Anzahl der über die Pontonbrücke
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1959 weiter
fahrenden gepanzerten Kettentechnik und gepanzerter Rädertechnik sowie übrige Kraftfahrzeuge, waren immens. So eine Division rollte ja da nicht in einer lückenlosen Kette über solche Brücke. Es gab für diese Kolonnen taktische Einlagen und Verzögerungen. Insgesamt gingen dabei 24 Stunden ins Land. Es lief aber alles ohne Schäden ab. An meinem Bergungsstützpunkt, mit meinem Personal, rollten in dieser Zeit hunderte Fahrzeuge vorbei und keiner hielt an, um uns mal zu versorgen. Man kann richtig sagen, dass wir 24 Stunden hungerten. Als ich eine anrückende Kolonne von Versorgungsfahrzeugen erkannte, stoppte ich die und wir bekamen wenigsten 2 oder 3 Brote zugeworfen. Danach nahm ich mein Bergungspersonal zusammen, wir sammelten unter uns Geld ein und ich schickte 2 Genossen los, um im nächsten Dorf was zu kaufen. Sie kamen von den Bauern mit teils gespendeten Eiern und harter Wurst zurück. Daraus bereiteten die Werkstattsolda ten in ihrem Spezialwagen eine riesige Rühreier-Pfanne mit angebratener Wurst und Brot dazu, was wir unter uns aufteilten. Wir hatten richtigen „Kohldampf“. Aber nach Abschluss der Übung wurden wir dann alle nachträglich reichlich versorgt.