70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Militärdelegation in der KDVR“ dabei war Oberst a.D., Joachim Kampe
Nach meiner Abversetzung Anfang 1974 als Stabschef im Nachrichtenbataillon der 11. Motorisierten Schützendivision sind mehr als 2 Jahre vergangen. Ursprünglich waren die Jahre als Adjutant auch nur für diese Zeit vorgesehen, sie erfüllte sich nicht, es wurden knapp 4 Jahre. Trotz meiner Verbundenheit mit dem Bataillon bin ich mit meiner Familie in Strausberg heimisch geworden, wollte nicht mehr zurück nach Halle/S. Das Wort des Ministers sollte mir Hilfe sein, ich rechnete damit. Aktuell sah der Plan des Ministers für 1976 eine Vielzahl von politischen und militärischen Aktivitäten vor, u.a. mehrere Auslandsreisen, so zum 01.Oktober, die Leitung einer Militärdelegation in die
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1976 weiter
Koreanische Volksdemokratische Republik (KVDR). Alle Vorbereitungen laufen über die Verwaltung für Internationale Verbindungen des Ministeriums. Am Vorabend der Reise werden alle Delegationsmitglieder mit ihrem Reisgepäck in das Gästehaus Schloss Wilkendorf befohlen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wird über Einzelheiten des Ablaufes der Reise, über Struktur, Bevölkerung, wirtschaftliche Entwicklung, natürlich auch über die Auswirkungen des Befreiungskrieges informiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Fragen der Geheimhaltung. Gemäß dem Besuchsprogramm bei Marine-, Artillerie- und Luftabwehreinheiten war die Delegation zusammengesetzt mit: Generaloberst Kessler, Generalleutnant Brünner, Generalleutnant Prof.Dr. Gestewitz, Konteradmiral Heinecke, Generalmajor Bormann, Generalmajor Trautsch und weitere Offiziere. Der Flugplan sah
Zwischenlandungen in Moskau, Omsk, Irkutsk und Chabarowsk vor. Die Gesamtdauer der Flugreise wurde mit ca. 24 Stunden angegeben. An Bord einer TU- 134 aus der Regierungsfliegerstaffel geht es locker zu, Uniformstücke abgelegt, alle bewegen und vertreten sich die Beine in Socken. Die mitreisenden Stewardessen aus der Versorgungsgruppe / Gastronomie des Sekretariats des Ministers versorgten die Besatzung und Delegationsmitglieder ausgezeichnet. Jede Zwischenlandung wurde zu einem Freundschaftstreffen mit den sowjetischen Freunden und Gastgebern. Herzlich die Begrüßungen durch offizielle Personen und Einladungen zu prall gefüllten Tafeln mit traditionellen Speisen und typischen Produkten der jeweiligen Region in den VIP- Einrichtungen der Flughafengebäude. Das Territorium der Sowjetunion will von West nach Ost kein Ende nehmen. Flugwetter und die Sicht waren hervorragend. Wir überflogen den südlichen Ural, Steppen, den Baikalsee bei Irkutsk, sahen den Grenzfluss zu China, den Amur und konnten in der Region Chabarowsk riesige Steppenbrände beobachten. Weiter In Richtung Süden, über Wladiwostok, entlang am Japanischen Meer erreichen wir das Ziel der Reise, Pjöngjang. Überaus herzlich und jubelnd die Begrüßung auf dem Flugfeld. Wie später bestätigt, Ausdruck der asiatischen Freundlichkeit und Untertänigkeit gegenüber den “Oberen“ der Gesellschaft und deren Gästen. Schwarze Regierungslimousinen bringen die Delegation in die Residenz. Ehrfürchtig verneigen sich die Menschen vor den Fahrzeugen am Straßenrand und auf den Feldern entlang der Fahrtroute. Wehende Fahnen und Spruchbänder auf den Feldern erinnern an die Zeit in den 1950-er Jahren in der DDR.
Obelisk des Chollima
Empfang auf dem Flugfeld
Steppenbrand Region Chabarowsk