70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Militärdelegation in der KDVR“ dabei war Oberst a.D., Joachim Kampe
Die Straßen sind breit, asphaltiert. Außerhalb der Stadt ist nur eine Fahrbahn nutzbar. Es ist Erntezeit, auf der zweiten Fahrbahn wird der Reis zum Trocknen ausgebreitet. Von weitem sichtbar, der die Hauptstadt überragende Obelisk des Chollima, der vom Aufbruch des Koreanischen Volkes in eine neue Zeit kündet. Unweit davon das riesige Revolutionsmuseum mit der im leichten Nebel aufragenden überdimensionalen Statue des großen Führers, des großen Sohnes des Volkes, der Sonne der Nation, Kim Il Song. Schnell vermittelt die Dolmetscherin, die vielen Lobpreisungen vor Nennung des Namens Kim Il Song nicht mehr zu übersetzen. Statue des Kim Il Song Auf dem Weg zur Residenz, kaum Fahrzeuge auf den Straßen, dafür marschierende Gruppen von Arbeiter und Jugendlichen mit Fahnen und geschulterten Spaten. Weder Ruinen, noch Schuttberge sind zu sehen, neben breiten Straßen neue Bauten, das neu errichtete Fernsehzentrum, Brücken über den Taedong-Fl Alle Achtung vor der Leistung dieses fleißigen Volkes, welches, wie ich
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später erfahre, täglich bis 14 Stunden arbeitet. Hier liegt auch die Erklärung für die marschierenden Kolonnen zu einer Zeit am Abend, wo wir in Deutschland schön längst am Fernsehgerät sitzen. In der Residenz erhalten wir den Protokollablauf für die nächsten Tage, voll ausgefüllt mit Besuchen bei Politikern und militärischen Einrichtungen. Viel Zeit bleibt nicht, nach der Visite und Empfang des Verteidigungsminister Oh Tschen Uh fallen wir ermüdet ins Bett. Am folgenden Tag fliegen wir nach Hamhung an das japanische Meer, besich-tigen eine Maschinen- und Vinalonfabrik, wo uns die großen Leistungen des Volkes nahe gebracht wer-den, bevor es weiter in Berge geht, direkt an die Küste. Das Protokoll sieht den Besuch einer Artillerieeinheit vor. Nichts ist zu sehen. Wie von Geisterhand gelenkt und gezogen beginnt sich das Bergmassiv an mehreren Stellen zu öffnen. Täuschend echt an das Oberflächenprofil des Bergmassiv getarnte Tore bewegen sich nach beiden Seiten und geben den Blick frei in das Innere. Betonierte Straßen und Gehsteige führen hinein, schwere Artilleriegeschütze werden sichtbar, rechts und links in stollenähnlichen Nischen ist die Munition eingelagert. Ähnliches wird ein Tag später beim Besuch eines Panzertruppenteils sichtbar. Einzig der Ehrenhain ist zu sehen, an dem Kim Il Song die Aufstellung des Truppenteils befohlen hat. Die Technik ist nicht zu sehen, befindet sich getarnt in den Bergen.
Protokollablauf
Mit dem Besuch in einer Marinebasis am späten Nachmittag neigt sich der Tag dem Ende entgegen und klingt am Abend in Hamhung in gemütlicher Runde aus, koreanische Salate und Meeresfrüchte sowie Ginsengschnaps werden gereicht. Nach dem Lied des „Großen Führers“ sind die Serviererinnen zu einem Tänzchen bereit. Der folgende Tag sieht ein straffes Besuchsprogramm in Pjöngjang vor.